Am Sonntag, 22. Januar 2012 fand im Curhaus am Stephansplatz ein Nachmittag mit Jugendbischof Stephan Turnovszky rund um das Thema „Erneuerung in der Kirche statt“. Ähnlich einem Echolot, das mit Hilfe von Schallwellen die Wassertiefe misst und so Hilfestellung gibt, den Kurs zu finden, war das Anliegen dieser Veranstaltung, ausgewählte und mitunter auch strittige Fragen im Kontext des kirchlichen Erneuerungsdiskurses „auszuloten“, um ein besseres Verständnis zu erlangen. Veranstalterinnen waren die Ministrantenseelsorge und die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien.
Weihbischof Turnovszky nahm sich die Zeit, auf jede der zahlreichen Fragen einzugehen, und begeisterte die 55 Anwesenden nicht nur durch seine klare Sprache, sondern auch durch anschauliche Vergleiche: „Die Kirche ist wie ein Schiff, das über einen vorgegebenen Meeresboden fährt. Der Boden ist unveränderlich, aber Richtung und Fahrweise können wir beeinflussen.“
Auch Einblicke in seine persönliche Biografie machten ihn zu einem spannenden Redner, so dass Moderator Markus Andorf (Pfarre Herz Jesu) bereits eine Fortsetzung von „Echolot“ in Aussicht stellte.
„hören – sprechen – beten“:
Hören: Im ersten Teil des Nachmittags hielt Weihbischof Turnovszky einen Impulsvortrag, bei dem The¬men wie „Allgemeines Priestertum“ und „Geschieden & Wiederverheiratet“ behandelt wurden. Pfarrer Ulrich: „Ich bewundere, wie Weihbischof Stephan einerseits klar die Lehre der Kirche darlegt, andererseits auch um die Problematik dieser Lehre weiß.“
Sprechen: Im Anschluss an den Impuls konnten die TeilnehmerInnen selbst das Wort ergreifen, sich in Murmelgruppen austauschen und Fragen an den Weihbischof stellen. Stefan Frühwald, Student der katholischen Theologie und Vorsitzender der KJ Wien im Vikariat Süd: „Es war ein stimmungsvoller Nachmittag mit verschiedenen Meinungen, verschiedenen Fragen. Alle wurden ernst genommen, es wurde nichts schöngeredet, aber auch nichts schlechtgemacht.“
Beten: Den Abschluss bildete ein kurzer Gebetsteil, bei dem alles Offengebliebene und alles, was uns an der Kirche enttäuscht, vor Gott gebracht wurde.
Natürlich genügt ein Nachmittag zum Nachdenken über die Kirche nicht – „Echolot“ hat jedoch allen Anwesenden Anstöße zum Weiterdenken gegeben. Eine Teilnehmerin: „Es war ein wirklich wahnsinnig tiefgehender, spannender und aufrüttelnder Nachmittag! Danke!“
Ministrantenseelsorge: http://www.minifundus.net
Stephan Zottl, Jugendleiter Region Westend, M +43 664 610 1117 | westend@katholische-jugend.at
Mag. Saskia Bellem, Pressereferentin KJ Wien, T +43 1 51552 – 3390 | s.bellem@katholische-jugend.at
Bildbeschreibung
(1) Weihbischof Turnovszky untermalt seine Rede mit einem Bibelzitat.
(2) Gemeinsames Singen in großer Runde.
(3) JedeR TeilnehmerIn bringt eine Sorge vor Gott und steckt dafür symbolisch eine Kerze in den Sand.
(4) Live Musik lädt die Teilnehmenden zum Mitsingen ein.
(5) Der Weihbischof verdeutlicht das Überwinden von Hürden mit einer Kletterbewegung vor der Wand.