Wien, 07.03.2011 | Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März haben die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien, das Salvatorianerinnen-Projekt IMpulsLEBEN sowie die Österreichische Kommission Iustitia et Pax am Sonntag, 6. März den Workshop „Wir müssen bleiben! Frauenhandel und Zwangsprostitution“ veranstaltet.
Referentin Sr. Silke-Andrea Mallmann, die als Pädagogin und Psychologin die Beratungs- und Betreuungsstelle "Talitha“ der Caritas für Opfer von Menschenhandel in Kärnten leitet, machte mit konkreten Beispielen aus ihrem Arbeitsalltag das Problemfeld Frauenhandel und Zwangsprostitution greifbar. „Menschenhandel entmenschlicht“, so die Expertin. „Die psychologischen Folgen von Verschleppung gepaart mit Drohungen und Gewalt sind schwer abschätzbar. Manche Frauen sind stark und können das verarbeiten. Andere zerbrechen daran und brauchen Hilfe beim Wiedereinstieg in ein geregeltes Leben.“
Hier setzt Talitha an, das Unterstützung – etwa durch Schutzwohnungen – und Rechtsberatung bietet. „Meist werden solche Frauen Opfer von Menschenhandel, die in Armut leben oder ihre Familien unterstützen. Dies gilt aber ebenso für gebildete Frauen, die gezielt getäuscht werden.“ Eine gängige Methode zur Täuschung ist das Anwerben durch Verwandte oder Bekannte für vermeintlich attraktive Jobs im Ausland, das so das Vertrauen der Frauen missbraucht.
Unter den zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren auch Vertreterinnen der Internationalen Organisation für Migration IMO sowie des Vereins EXIT, die Einblick in ihre Tätigkeitsfelder boten und das brisante Thema somit greifbarer machten.
Menschenhandel ist die drittgrößte Einnahmequelle durch organisiertes Verbrechen nach Waffen- und Drogenhandel mit einem Umsatz von ca. 32 Mrd. Dollar jährlich (Quelle: ILO).
Foto © KJ Wien
Weitere Informationen
IMpulsLEBEN » http://www.impulsleben
Iustitia et Pax » http://iupax.at
Talitha » caritas-kaernten.at/hilfe-einrichtungen/nothilfe/menschenhandel/
Rückfragemöglichkeit
Mag.a Saskia Bellem, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
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